Neusser Museen
Neben dem Clemens Sels Museum ist die Insel Hombroich ein weiterer bedeutender Kulturstandort in Neuss, der Kunst und Architektur in einer weitläufigen Auenlandschaft verbindet.
Die Museums Insel Hombroich werden wir noch in einem gesonderten Thema zeigen

Die Entwicklung der Museumsstandorte
Die Geschichte der Museumsgebäude in Neuss ist geprägt von Zerstörung, Neuanfängen und der Nutzung historischer Bausubstanz:
Die Geschichte der Museumsgebäude in Neuss ist geprägt von Zerstörung, Neuanfängen und der Nutzung historischer Bausubstanz:
- Gründung (1845): Den Grundstein legte das „Städtische Museum für Alterthümer der Umgegend“, das 1845 auf Anregung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. ins Leben gerufen wurde.
- Historische Standorte: Bevor das heutige Hauptgebäude entstand, waren die Sammlungen unter anderem im Obertor, einer der gewaltigen Torburgen der mittelalterlichen Stadtmauer, untergebracht.
- Zerstörung im Zweiten Weltkrieg: Das ursprüngliche Museumsgebäude wurde im Krieg zerstört. Nach 1945 wurden Trümmerteile sogar zur Restaurierung von Grünanlagen weiterverwendet, da man den alten Bau am ursprünglichen Standort nicht wieder aufbauen wollte.
- Heutiges Hauptgebäude (seit 1975): Der moderne Bau am Obertor wurde nach Entwürfen des Architekten Harald Deilmann errichtet. Nach einer umfassenden Sanierung feierte das Haus 2015 seinen „Neustart“ mit einem hellen, zeitgemäßen Erscheinungsbild.
- Haus Rottels: Ein Teil der stadthistorischen Abteilung ist heute im Haus Rottels untergebracht, einem weiteren historischen Standort des Museumsverbunds.
Wichtige Sammlungen und Besonderheiten
- Römisches Neuss (Novaesium): Im Untergeschoss wird die antike Geschichte lebendig. Highlights sind Waffen, Ausrüstungen und zwei weltweit einzigartige, vollständig erhaltene Grabsteine römischer Soldaten.
- Kunstsammlung: Das Museum besitzt eine international geschätzte Sammlung zum Symbolismus, darunter als einziges deutsches Haus vier Werke von Gustave Moreau. Zudem umfasst die Ausstellung Werke der Naiven Kunst, des Rheinischen Expressionismus und Farbmalerei.
- Mittelalter im Obertor: Die Abteilung zur mittelalterlichen Stadtgeschichte ist eng mit dem historischen Obertor verknüpft, das als letztes von ehemals sechs Stadttoren erhalten blieb.
Clemens Sels Museum
Namensgebung
Der Name des Museums geht auf Clemens Sels (1822–1900) zurück, einen bedeutenden Neusser Apotheker, Stadtrat und leidenschaftlichen Sammler.
Nach seinem Tod vermachte seine Witwe, Pauline Sels, der Stadt Neuss im Jahr 1907 die umfangreiche private Sammlung ihres Mannes sowie ein beträchtliches Kapital. Als Dank für diese großzügige Schenkung erhielt das Museum seinen heutigen Namen.

Wer war Clemens Sels?
Clemens Sels war eine zentrale Figur des bürgerlichen Lebens im 19. Jahrhundert in Neuss:
- Apotheker & Fabrikant: Er führte die elterliche Schwanen-Apotheke und gründete eine chemische Fabrik. – Anmerkung: Die Schwanen-Apotheke gibt es noch heute. –
- Sammler: Sein Interesse galt vor allem der Archäologie, der Regionalgeschichte und der Kunst. Er trug zahlreiche römische Bodenfunde aus dem antiken Novaesium zusammen, die heute den Kern der archäologischen Abteilung bilden.
- Stiftungsgedanke: Durch die Schenkung wurde aus dem ursprünglichen „Städtischen Museum für Alterthümer“ ein Institut mit breitem bürgerlichem Fundament, das sich bis heute der Bewahrung der Neusser Geschichte und internationaler Kunst verschrieben hat.
Die Sammlung Pauline Sels bildet das historische Fundament des heutigen Museums. Nach dem Tod ihres Mannes Clemens Sels im Jahr 1900 verwaltete sie den Nachlass und sorgte dafür, dass die Privatsammlung der Öffentlichkeit erhalten blieb.
Kernpunkte der Schenkung (1907)
Pauline Sels vermachte der Stadt Neuss die umfangreichen Bestände ihres Mannes unter der Bedingung, dass das Museum fortan dessen Namen trägt:
Finanzielle Unterstützung: Pauline Sels stellte zudem ein Kapital von 250.000 Mark zur Verfügung, um den Fortbestand und Ausbau des Museums zu sichern.
Archäologische Schätze: Den Grundstock bildeten die von Clemens Sels zusammengetragenen römischen Fundstücke aus dem Lager Novaesium. Diese Funde sind bis heute ein Highlight der archäologischen Abteilung.
Vielfältige Interessen: Die Schenkung umfasste neben antiken Objekten auch Gemälde, kunstgewerbliche Gegenstände und stadthistorische Dokumente, die das bürgerliche Sammlerinteresse des 19. Jahrhunderts widerspiegeln.
Vermächtnis und Entwicklung
Dank dieser großzügigen Stiftung konnte sich das Haus von einem reinen „Altertumsverein“ zu einem international beachteten Museum entwickeln. Während die ursprüngliche Sammlung Sels eher regional und historisch geprägt war, kamen später durch gezielte Ankäufe und weitere Schenkungen die heute berühmten Schwerpunkte hinzu:
- Der Symbolismus (z. B. Gustave Moreau).
- Die Naive Kunst und der Rheinische Expressionismus.
Heute ist die Schenkung von Pauline Sels im Clemens Sels Museum vor allem in der archäologischen Abteilung „NOVAESIUM“ und in der Dokumentation der Neusser Stadtgeschichte präsent.
