Kloster Kreitz in Neuss-Holzheim
Das Kloster Kreitz im Neusser Stadtteil Holzheim ist ein Benediktinerinnenkloster, das seit über 125 Jahren besteht. Die Gemeinschaft der Benediktinerinnen vom Heiligsten Sakrament lebt dort nach der Regel des heiligen Benedikt in einer Verbindung aus Gebet und Arbeit.
Adresse: Am Kreitz 1, 41472 Neuss

Geschichte und Bedeutung
- Gründung: Das Kloster wurde am 2. März 1899 von 25 Schwestern aus dem Kloster Mariahilf in Bonn-Endenich gegründet.
- Zerstörung im Krieg: Am 26. Mai 1943 wurde die Anlage bei einem Luftangriff fast vollständig zerstört, wobei 23 Schwestern ums Leben kamen.
- Wiederaufbau: Dank der Hilfe der lokalen Bevölkerung konnte das Kloster nach dem Krieg wiederaufgebaut werden.
Baugeschichte
Die Baugeschichte des Klosters Kreitz begann Ende des 19. Jahrhunderts und ist durch eine bemerkenswerte Eigenleistung sowie einen tragischen Einschnitt im Zweiten Weltkrieg geprägt.
Die erste Bauphase (1896–1898)
- Architekt & Stil: Die Klosterkirche wurde zwischen 1896 und 1898 nach Entwürfen des Kölner Architekten Heinrich Krings im neuromanischen Stil errichtet.
- Besonderheit beim Bau: Eine Besonderheit war die Materialbeschaffung: Die Ziegel für den Neubau wurden direkt vor Ort auf dem Klostergrundstück gebrannt.
- Finanzierung & Grundstück: Der Bauplatz wurde von privaten Stiftern zur Verfügung gestellt, und die Kirche selbst wurde maßgeblich durch ein Vermächtnis finanziert.
- Eröffnung: Am 17. November 1898 wurde die Kirche konsekriert. Im März 1899 konnten die Schwestern den Süd- und einen Teil des Ostflügels beziehen.
Erweiterung und Blütezeit
Der weitere Ausbau der Klosteranlage zog sich in mehreren Etappen bis in das Jahr 1927 hin. In dieser Zeit etablierte sich das Kloster als fester Bestandteil des religiösen und gesellschaftlichen Lebens in Neuss-Holzheim.
Zerstörung und Wiederaufbau (ab 1943)
- Kriegsschäden: Am 26. Mai 1943 zerstörte ein Bombenangriff das Kloster fast vollständig. Nur der Ost- und Nordflügel blieben schwer beschädigt stehen.
- Notkapelle: In der ersten Phase nach dem Krieg wurde im Nordflügel eine Notkapelle eingerichtet, um das gottesdienstliche Leben aufrechtzuerhalten.
- Rekonstruktion: In den 1950er Jahren begann der Wiederaufbau. Die heutige Klosterkirche wurde in einer vereinfachten Form auf den alten Fundamenten wiedererrichtet.
- Architekten der Nachkriegszeit: Für die Planungen des Wiederaufbaus in den 1950er Jahren zeichnete unter anderem der Neusser Architekt Gilges verantwortlich.
Heutiger Zustand
Die Anlage präsentiert sich heute als einheitliches Ensemble, das trotz der Zerstörung die ursprüngliche Grundstruktur bewahrt hat. Durch den direkten Bau an der A 46 wird die Kirche heute oft als „Autobahnkirche“ wahrgenommen, obwohl sie offiziell ein privates Klostergebäude ist.
Wirtschaft und Handwerk
Das Kloster ist für seine handwerklichen Traditionen bekannt, die den Lebensunterhalt der Gemeinschaft sichern:
- Hostienbäckerei: Seit 1915 werden hier Hostien für zahlreiche Pfarreien gebacken.
- Paramentenstickerei: Das Kloster fertigt und restauriert liturgische Gewänder sowie Fahnen für Schützenvereine.
- Klosterladen: Besucher können dort handgefertigte Kerzen, Ikonen und kulinarische Produkte erwerben.
Ruhe und Spiritualität
Das Kloster gilt als ein „Ort der Stille“ und bietet Raum für Einkehr und Gottesdienste, die auch für die Öffentlichkeit zugänglich sind.
Informationen für Besucher:
Unterstützung: Der Freundeskreis Kloster Kreitz e.V. unterstützt das Kloster seit 1988 bei Erhaltungsmaßnahmen.
Besonderheit: Das Kloster liegt unmittelbar an der Autobahn A 46, bildet aber dennoch eine grüne Oase der Ruhe.
Info zum Freundeskreis Kloster Kreitz e.V.
Der Freundeskreis Kloster Kreitz e.V. ist ein Förderverein, der die Benediktinerinnen in Neuss-Holzheim ideell und finanziell unterstützt.
Hier sind die wichtigsten Eckdaten zum Verein:
Vorstand: Der aktuelle Vorsitzende ist Ulf Hohenhaus (Stand 2024).
Gründung: Der Verein wurde 1988 ins Leben gerufen.
Mitglieder: Er zählt aktuell rund 300 Mitglieder aus ganz Deutschland.
Zweck & Projekte: Da das Kloster keine Kirchensteuermittel erhält, finanziert der Freundeskreis wichtige Anschaffungen und Erhaltungsmaßnahmen. Unterstützt wurden bisher unter anderem:
Die Außenbeleuchtung des Kirchturms.
Anschaffungen wie ein Rasenmäher, ein Auto oder eine Überwachungsanlage.
Liturgische Gegenstände wie Ambo, Altarleuchter und das „Ewige Licht“.
Vereinsleben: Zweimal jährlich lädt der Verein seine Förderer zu Begegnungen ins Kloster ein – zur Jahreshauptversammlung im Frühjahr und zu einer Roratemesse im Advent.
Der Verein spielt eine zentrale Rolle dabei, die Zukunft des über 125 Jahre alten Klosters zu sichern.
