
Klosterkirche 1639, Kloster 1655 vollendet, von 1802–1815 als Schulgebäude, danach bis 1855 als Zeughaus genutzt
Übersicht der ehemaligen Klöster im Neusser Stadtzentrum
Neuss galt im Mittelalter neben Köln und Aachen als eine der Städte mit der höchsten Dichte an Klöstern und Stiften. Die Säkularisation im Jahr 1802 markierte das Ende der meisten dieser geistlichen Einrichtungen.
Hier sind die wichtigsten ehemaligen Klöster der Neusser Innenstadt und ihre heutigen Standorte:
Frauenklöster
Klarissenkloster Neuss

Standort
An der heutigen Klarissenstraße 10, nahe dem Markt.
Gegründet im Jahr 1283, war es eine der bedeutendsten Niederlassungen der Klarissen in der Region. Heute dient ein Teil der Anlage als Eventlocation unter dem Namen „Em Klarissenkloster“.
Hintergrund
- 1283, 1716 Neubau, 1797 flüchteten die Nonnen vor den Franzosen
- Das Kloster wurde 1802 aufgelöst und in ein Lazarett umgewandelt
- Gewölbekeller aus dem 18. Jahrhundert, ehemals Beinkammer, als Veranstaltungsraum genutzt; Mauerreste in Hinterhöfen der Oberstraße
Kloster Marienberg – 1439 bis 1802

Standort
Im Bereich der heutigen Schule Marienberg, Glockhammer 43A und dem angrenzenden Gelände an der Rheinstraße.
Das 1439 gegründete Kloster der Augustinerchorfrauen wurde später zu einer renommierten Schule umgewandelt. Die Marienberg-Kapelle ist bis heute erhalten.
Hintergrund
- Schwestern vom gemeinsamen Leben, die nach der Augustiner-Regel lebten
- 1439 bis 1802
- 1650 kam auch der Konvent aus Neuss-Holzheim nach Marienberg.
- Die zwischen 1430 und 1460 errichtete spätgotische Klosterkirche St. Mariä Geburt wurde am 31.12.1944 bis auf die Umfassungsmauern zerstört.
Quirinus-Stift (Benediktinerinnenkloster)

Standort
Direkt am Quirinus-Münster. Bereich zwischen Münsterstraße, Glockhammer, Quirinusstraße, Nordseite des Münsters
Ursprünglich ein Benediktinerinnenkloster, wurde es im 12. Jahrhundert in ein adeliges Damenstift umgewandelt und prägte über Jahrhunderte das religiöse Zentrum der Stadt.
Hintergrund
- Orden: Benediktinerinnen, seit Mitte des 14. Jahrhunderts Kanonissen
- Zeitraum: um 970, ab ca. 1170 Stift, 1802 aufgehoben
- 1548 wurden umfangreiche strengere Statuten beschlossen
- Vorhandene Reste: Nördlicher Kreuzgangsflügel mit Küchentrakt (unterhalb der heutigen Bebauung), Kanonikerhaus Freithof 7 (erbaut 1725)
Männerklöster
Alexianerkloster

Standort
Innenstadt, Brückstraße, später Alexianerplatz 1, an St. Alexius angrenzend
Hintergrund
- Orden: Alexianer
- War Mutterhaus, 2008 aufgelöst; die letzten Brüder verließen Neuss 2017.
- Die Neusser Alexianer widmeten sich vor allem der Krankenpflege und Bestattung. Das Areal an der Brückstraße gilt als historisches „Klosterzentrum“
- 1451 bezeugt, im Truchsessischen Krieg 1586 und durch den Stadtbrand 1655 zerstört und danach wieder aufgebaut.
- Kloster wird 1868/69 aufgegeben, um am heutigen Alexianerplatz einen Klosterneubau und ein Krankenhaus zu errichten.
Franziskanerkloster

Standort
Stadionviertel, Glehner Weg 41
Hintergrund
- Orden: Kamillianer, sind eine 1582 begründete und 1591 als religiöser Orden bestätigte Ordensgemeinschaft, die als Krankenpflegeorden innerhalb der römisch-katholischen Kirche besteht.
- Gegründet: 1910
- Im 2. Weltkrieg zerstört, Kloster bis Ende 1953 neu aufgebaut.
- Das Kloster wurde 1992 verkauft, in dem Gebäude entstanden Wohnungen.
Jesuitenkloster

Standort
Innenstadt, Jesuitenhof 3
Hintergrund
- Orden: Jesuiten
- 1615 bis 1773
- Jesuitenturm (erbaut 1616).
- Die Kirche und der Flügel an der Oberstraße wurden 1787 abgebrochen, die anderen Gebäude im 2. Weltkrieg vernichtet.
- Das Kloster wurde von den Minoriten übernommen. Ab 1616 unterhielten die Jesuiten dort eine Schule, „Gymnasium Marianum“ genannt, das ab 1773 von den Observanten übernommen wurde.
Observantenkloster

Standort
Innenstadt, Markt 42–44
Hintergrund
- Orden: Franziskanerobservanten (Rekollekten)
- 1624–1802
- Klosterkirche 1639
- Kloster 1655 vollendet
- 1802–1815 als Schulgebäude, danach bis 1855 als Zeughaus genutzt.
Ehemalige Klöster der Neusser Innenstadt
Neuss blickt auf eine beeindruckende sakrale Vergangenheit zurück: Im Mittelalter zählte unsere Stadt neben Köln und Aachen zu den Orten mit der höchsten Dichte an Klöstern und Stiften. Fast an jeder Straßenecke begegnete man dem geistlichen Leben, das das Stadtbild über Jahrhunderte prägte.
Da eine vollständige Aufzählung aller historisch belegten Konvente den Rahmen dieser Übersicht sprengen würde, konzentriert sich City-Tour-Neuss hier zunächst auf die bedeutendsten ehemaligen Anlagen im direkten Zentrum.
Dieser Einblick ist jedoch nur der Anfang: Einige weitere geschichtsträchtige Gebäude – sowohl ehemalige als auch heute noch existierende Klosteranlagen – sind bereits in Vorbereitung und werden in Kürze ihren festen Platz auf dieser Webseite finden. Wir laden Sie ein, mit uns Schritt für Schritt die tiefe spirituelle Geschichte unserer Stadt zu entdecken.
